Reality check

Kleine Warnung vorab: Das wird ein Post für die Informatiker unter euch. Um genauer zu sein, die arbeitenden Informatiker unter euch. Der Rest darf es gerne auch lesen und auch gerne Kommentieren – sofern es euch interessiert. :)

Ja spinn ich denn oder was? Bitte helft mir gerade mal und sagt mir mal ob ich naiv, verschult, vergeistigt oder sonstwie durch die Uni verdorben bin:

Ich glaube an komponentenbasierte Softwareentwicklung:
Also zum einen die Nutzung vorhandener Komponenten seien sie eingekauft, open-source oder sonst irgendwas.
Und zum Anderen das Denken in eben solche Komponenten bei der Eigenentwicklung, also der Auftrennung von Teilen von dem was ich tue in sinnvolle, eigenständige Komponenten

Ich glaube an Object-Persistence.
Wieso sollte ich noch selber ein SELECT Statement schreiben und in eklige Datenbankabhängigkeiten geraten.

Ich glaube an den Sinn von Unit-Tests; Generell an einen guten Testprozess, der eben nicht NUR die Oberflächen durchklickt.
Nicht für alles sind Unit-Tests sinnvoll und ich muss darin nicht die Kohärenz des Universum ( true != false) prüfen, aber ich glaube in jeder Software ist mindestens eine Sache drin, bei der es sich lohnt. Hier ist es natürlich gut überhaupt Units zu haben. -> Komponenten

Ich glaube an iterative Entwicklung. Been there, done that!

Ich glaube auch an so manches mehr, aber das würde jetzt zu lang werden. Ich habe mal nur die Dinge aufgezählt, die mir am wichtigsten sind.

Frage also: Bin ich weltfremd? Macht man da draußen in der freien Welt Software so? Oder anders? Ist “it runs” das einzige Kriterium? Kann sowas auf dauer rentabel sein?

Leicht frustiert entlasse ich euch in die Nacht, schreibe jetzt noch einen Unit-Test und gehe ins Bett.

4 Reaktionen zu “Reality check”

  1. Phaidros

    Tja, Ben… ich habe ja vor meinem Studium mal eine FIAE-Ausbildung angefangen und noch in der Probezeit genervt abgebrochen: Ja, die Welt da draußen ist dumm und macht es nicht ordentlich…

    Gewöhn dich dran oder geh an die Uni zurück :)

    Ich für meinen Teil habe mich für die Uni entschieden, zwar als Philosoph und nicht als Informatiker, aber das liegt vor allem daran, dass ich mich eher für richtige Wissenschaften interessiere ;-)

    Kai

  2. Conrad

    Also ich hatte bisher nicht den Eindruck, dass die Uni als Ganzes viel “ordentlich macht” ;-)

  3. Walretter

    Nicht, dass ich dein spezielles Beispiel nachvollziehen könnte, aber es ist mir schon oft woanders aufgefallen: hauptsache, es läuft – irgendwie.
    Viele Leute machen sich heutzutage offenbar keine großen Gedanken mehr über Details. Wenn man genau hinsieht grenzt das teilweise an Lieblosigkeit oder Indifferenz. Dabei ist es doch genau diese Achtung vor dem Ganzen, vor einem stimmigen Gesamtbild, die einem Freude an z.B. einem Stück Technik (dumm ausgedrückt) bereitet.
    Welcher Zopfträger hat sich beim Autofahren noch keine Gedanken darüber gemacht, wie es wäre einen Sitz mit Zopfschlitz in der Mitte zu haben. Und das meine ich Ernst.
    Etwas durchdachtes, pfiffiges finde ich immer noch deutlich schöner als etwas, das aus monetären Gründen zu bevorzugen ist. Aber vielleicht sind wir da ja bald alleine.

  4. Untauglich

    Naja, was ich in meinen zwei Wochen bis jetzt erfahren haben, gibt es das schon ;-)

    iterative Entwicklung ist Programm und wird auch ganz groß auf den Namensschildern geschrieben. Open Source wird eingesetzt, programmiert wird auf einer ausreichend abstrakten Ebene und Testen ist grundsätzlich auch kein Fremdwort. Wie das im Endeffekt dann aussieht, wenn ich wirklich im Projekt bin, kann ich noch nicht sagen, aber bis jetzt klingt es brauchbar ;-)

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